Vom Aufwachen

Durch das Vogelgezwitscher meines Weckers erwacht, liege ich in meinem Bett und bin noch ganz verbunden mit den Träumen der Nacht. Doch es dauert nicht lange und in mir ertönt eine wohlbekannte Stimme, die mir viel zu laut und in nicht wirklich liebevollem Ton erklärt, was heute alles zu erledigen ist:

“ Wenn du dich beeilst, dann schaffst du die Gassirunde mit dem Hund noch, bevores anfängt zu regnen.“

„Im Haushalt stehen folgenede Arbeiten heute an: einkaufen, das Bad müsste auch mal wieder geputzt werden, und da die Waschmaschine wieder repariert ist, sollte der Wäscheberg abgearbeitet werden.“

“ Ach ja, da du dich seit Kurzem dazu entschieden hast, das Brot nicht mehr zu kaufen, sondern es selbst zu backen, und das letzte so langsam zur Neige geht, solltest du auf jeden Fall heute wieder ein neues machen.“

An diesem Punkt versuche ich einzugreifen, denn es reicht ja so langsam mit dem Programm. Vielleicht mal tief durchatmen, mich auf meinen Atem konzentrieren…?

Doch schon geht es weiter mit der Ansage, was so alles auf der beruflichen To-do-Liste steht:
„Zur Fertigstellung deiner Homepage fehlen noch einige Fotos, ein paar Textstellen sind noch zu korrigieren und für den Blog müssen unbedingt noch 3 bis 4 Beiträge geschrieben werden.“

Puh, denke ich, das ist ja echt viel! Und im nächsten Moment entsteht der Gedanke in mir, dass ich schon jetzt nicht weiss, wie ich das alles schaffen soll. Und so liege ich in meinem Bett und würde am liebsten gar nicht erst aufstehen. Denn in meinem Denken ist ja schon vorprogrammiert, wie der Tag ablaufen wird.

Doch da ich mich so schnell nicht unterkriegen lasse, schwinge ich, bedingt lustvoll, meine Beine aus dem Bett und mein täglicher Wettlauf mit der Zeit geht los.

Eine Stunde später komme ich trocken vom Gassigehen zurück, das habe ich hinbekommen. Doch als ich mich beim Frühstück frage, welche Runde ich heute eigentlich gelaufen bin, muss ich echt überlegen. Denn statt bewusst und achtsam durch den Tag zu gehen, mich auf das zu konzentrtieren, was ich gerade mache, hetze ich, ständig getrieben von meiner Antreiberstimme in mir, von Moment zu Moment.

Aber: Ich mache weiter; ich funktioniere ja! Bis in mir eine wachsende Unruhe entsteht. Ich fühle mich zunehmend überfordert und weiss schnell gar nicht mehr, wo ich anfangen soll. Da ist nur noch ein riesiger Berg vor mir!

Und so fange ich mal im Bad an, denke dann, dass es viel wichtiger wäre, mich um die Texte zu kümmern…..

Diese „Geschichte“ endet damit, dass ich nichts mehr von all dem mache, was ich machen „muss“, sondern ich fange an, mich mit ganz anderen Dingen zu beschäftigen. Manchmal lande ich sogar auf dem Sofa und lese einfach in meinem guten Buch weiter, denn dann bin ich ja ganz wo anders.

Doch egal, wie es ausgeht: Am Ende des Tages habe ich mein Pensum nicht geschafft, bin frustriert und unzufrieden mit mir selbst.

Kommt dir so ein Tagesablauf bekannt vor?

Siehst du, es geht nicht nur dir so.

Und wenn du Lust hast, an diesem Ablauf was zu verändern, damit du wieder mehr Lebensfreude bekommst, dann fang bald damit an!

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